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Die innovative Klemmfunktion von  

Über Tracheostomie und künstliche Nasen

Was ist eine künstliche Nase?

Eine künstliche Nase ist ein medizinisches Hilfsmittel, das in der Pflege von Patienten mit Tracheostoma eingesetzt wird. Es erfüllt und ersetzt die wichtigen Aufgaben der natürlichen Nase, wenn die Atmung über Nase, Mund und Rachen nicht mehr möglich ist. Sie haben folgende Funktion:

  • Erwärmung der Luft
  • Partikelfilterung der Luft
  • Befeuchtung der Luft
  • Wiederherstellung des Atemwiderstandes

Begrifflichkeiten und Einordnung

Künstliche Nasen sind sog. Wärme- und Feuchtigkeitsaustauscher. Die folgenden Begriffe meinen dasselbe:

  • HME (Heat and Moisture Exchanger =  englisch für Wärme- und Feuchtigkeitsaustauscher)
  • Künstliche Nase
  • Feuchte Nase (Umgangssprache)

Künstliche Nasen gehören zu den Hilfsmitteln der Atemluftklimatisierung. Dabei wird zwischen aktiven und passiven Methoden unterschieden. Aktive Atemgasbefeuchter führen der Atemluft aktiv Wärme und Feuchtigkeit zu. Ein Beispiel hierfür sind Vernebler und Inhalatoren, die mit elektrischer Energie betrieben werden. Künstliche Nasen gehören zu den "passiven Atemgasbefeuchtern". Diese speichern Wärme und Feuchtigkeit aus der ausgeatmeten Luft (oder Ausatemluft), um sie an die eingeatmete Atemluft wieder abzugeben. Diese Funktionen übernimmt das Filtermedium, siehe auch "Wie funktioniert eine HME?".

Wo und wie werden künstliche Nasen eingesetzt?

Eine künstliche Nase wird bei tracheotomierten, spontanatmenden Patienten auf den Konnektor am Trachealkanülenschild aufgesetzt. Bei spontan atmenden Patienten sind sie das einzige effektive Mittel, um die Funktionen Befeuchtung, Erwärmung und Filterung der Atemluft sowie die Wiederherstellung des Atemwegswiderstandes wahrzunehmen.

HME auf Trachealkanüle

Eine HME als passive Befeuchtung stellt während der künstlichen Beatmung eine effektive und preiswerte Alternative zu aktiven Befeuchtungssystemen dar. Bei beatmeten Patienten sitzt die HME zwischen Tubusverlängerung und Y-Stück.

Warum ist der Wechsel einer künstlichen Nase manchmal schwierig?

HME müssen fest und sicher auf der Trachealkanüle sitzen. Damit wird zwangsläufig das Auf- und Absetzen erschwert. Bei einer herkömmlichen HME ist der 15 mm-Anschluss, der die Verbindung zur Trachealkanüle sichert, unflexibel und starr. Und auch die kanülenseitigen 15 mm-Normkonnektoren sind starr und außerdem von der Oberflächenbeschaffenheit her unterschiedlich. Das macht es schwierig, die HME patientenfreundlich auf- und abzusetzen. Jede Drehbewegung und Kraftaufwendung an der Kanüle kann mit unangenehmen Reizen, Irritationen und Belastungen verbunden sein.

Kanülentrenner BeispielDer Trennkeil ist ein Hilfsmittel zum besseren Ablösen von künstlichen Nasen von der Trachealkanüle. Allein die Existenz eines solchen Hilfsmittels weist auf die Problematik hin. Die Lösung von sanabelle heißt CLIP TO FIT. Mit dieser Klemmfunktion können HME reibungslos und ohne Kraftaufwand auf- und abgesetzt werden. Lesen Sie mehr über die CLIP TO FIT Klemmung oder schauen Sie sich unseren Film auf der Startseite an.

Was ist ein Tracheostoma?

Ein Tracheostoma ist eine künstlich angelegte Öffnung der Luftröhre nach außen bei Tracheotomie, Tracheostomie und Laryngektomie.

Trachealkanüle Tracheostoma

"Tracheotomie" beschreibt die Anlage eines Luftröhrenschnitts, ohne dabei die Strukturen der Trachea zu vernähen. Durch die Technik der perkutanen Dilatationstracheotomie wird ein instabiler Granulationskanal zur Einführung einer Trachealkanüle geschaffen. Von "Tracheostomie" spricht man bei chirurgischer Anlage eines stabilen Kanals durch Vernähen der äußeren Halshaut in die Tracheotomieöffnung. Ein Tracheostoma wird häufig dann angelegt, wenn z.B. die oberen Atemwege aufgrund von Frakturen im Mittelgesicht, Fehlbildungen, Verbrennungen oder Tumoren (auch in der Speiseröhre) verlegt worden sind oder wenn die Atemmuskulatur beeinträchtigt ist bspw. bei Lähmung und neurologischen Erkrankungen.

Von einer "Laryngektomie" ist dann die Rede, wenn der gesamte Kehlkopf entfernt werden muss. Dies bedeutet die völlige und endgültige Trennung der unteren und oberen Atemwege, wodurch eine Rückverlegung nicht mehr möglich ist.

Warum sind künstliche Nasen so wichtig?

Ohne den Einsatz einer HME wäre die Atemluft zu kalt und zu trocken und der Atemwiderstand wäre zu gering. Schon nach wenigen Minuten kommt es ohne den Einsatz einer künstlichen Nase (z.B. unmittelbar nach der Operation) zum Austrocknen der Trachealschleimhaut und damit zur Borkenbildung, wodurch das Infektionsrisiko drastisch erhöht wird. Zudem ist eine HME ein wirksamer Filter für Fremdkörper, wie z. B. Schmutz, Staubpartikel oder Insekten. Auch stellt eine HME teilweise den verloren gegangenen Widerstand beim Ausatmen wieder her. Dieser hält die Alveolen geöffnet, um die Versorgung des Bluts mit Sauerstoff zu verbessern. Eine HME trägt also dazu bei, dass in der Lunge wieder ähnliche Druckverhältnisse herrschen wie es vor der Operation war.

Wie funktioniert eine HME?

Künstliche Nasen bestehen in der Regel aus einem Kunststoffgehäuse und einem Material, das die Funktionen der natürlichen Nase übernimmt, das so genannte Filtermedium. Dieses kann entweder aus Papier oder aus Schaumstoff sein. Das Filtermedium (auch Befeuchtungsmedium genannt) ist mit einem hygroskopischen Salz beschichtet, welches die Feuchtigkeit der Ausatemluft bindet und bei der Einatmung wieder abgibt.

Welche Eigenschaften sind bei einer HME wichtig?

Bei der Auswahl einer geeigneten HME ist auf bestimmte Werte zu achten. Am wichtigsten ist das sog. Tidalvolumen. Es beschreibt das Volumen, das pro Atemzug ein- und wieder ausgeatmet wird. Das Tidalvolumen ist abhängig vom Gewicht des Patienten und entspricht in etwa 7-8 ml pro Kilogramm des idealen Körpergewichts. Außerdem muss die künstliche Nase ein für den Patienten optimales Speichervermögen an Feuchtigkeit aufweisen (Befeuchtungswerte). Muss dem Patienten zusätzlich Sauerstoff zugeführt werden, muss die HME einen Sauerstoffanschluss besitzen. Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass die HME beim Abhusten größerer Sekretmengen nicht verstopft, sondern über geeignete Sicherheitsmechanismen verfügt.